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Geburtsbericht – von „null“ auf „hundert“

Mittwoch 07.12.2016 – Ich befand mich in Schwangerschaftswoche 40 plus 2 Tage… und wir waren zwei Tage über dem errechneten Geburtstermin. Um 12.45 Uhr hatte ich einen Termin beim FA, denn nun hieß es „aller zwei Tage zur kontrolle“. Pünktlich traf ich in der Praxis ein. Bei der Untersuchung stellte der Doktor fest, dass der Muttermund schon 3 cm geöffnet war und die Fruchtblase sehr straff in den Trichter gezogen war. Er sagte „nur noch einmal Husten dann platzt sie.“ Er war sich ziemlich sicher, dass wir uns nicht noch einmal sehen und dass die kleine Maus wohl heute noch auf die Welt kommen wird. Für den Heimweg gab er mir sogar noch ein Handtuch mit, falls die Fruchtblase platzen sollte. Ich machte mich jedoch nicht sofort auf den Heimweg sondern ging noch einmal zu Hunkemöller, um mir ein paar richtig kuschelig weiche Socken zu kaufen. Danach habe ich meinen Liebsten angerufen und ihm erzählt was der Doktor gesagt hatte. Er fragte mich gleich ob er sofort nach Hause kommen soll, doch ich habe ihm gesagt er kann seinen Termin noch wahrnehmen und soll danach nach Hause kommen. Der Termin ging bis 16:30 Uhr. In der Zwischenzeit hatte ich immer wieder relativ starke Wehen, allerdings waren die Abstände zwischen den Wehen noch verhältnismäßig lang und keinenfalls im 5 Minuten Abstand. Unsere Hebamme Wiebke hatte gesagt wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen sollen wir in die Klinik fahren. Also habe ich meinem Liebsten nur geschrieben „Also nach dem Termin wenn es geht so zügig wie möglich heim kommen. Die Blase ist noch nicht geplatzt. Aber die Abstände der Wehen werden kürzer und stärker.“ Er war ca. 17.15 Uhr vom Termin daheim… Da hab ich mir gerade noch meinen einen Nagel neu gemacht weil er kaputt gegangen war beim abspülen. Zwischendurch kamen immer Wehen…Die zwar schon recht ordentlich waren, aber noch lang nicht im 5 minuten abstand. Mein Freund hat mich gefragt ob wir los sollen … und ich so „neee wir können noch ne Serie gucken und ich hab Hunger“. Also ist er schnell Pizza holen gegangen und Bier 😂 als er wieder da war haben wir was gegessen… und die Wehen kamen und gingen. Die Serie ging noch 20 Minuten und ich hab zu ihm gesagt, die können wir ruhig noch zu Ende gucken. Keine 2 Minuten später hatte ich ne krasse Wehe… und außerdem schon seit früh das Gefühl an Verstopfung zu leiden. Also ab aufs Klo, Wehe veratmet so gut es ging… und dann ordentlich gepresst 🙈 leider kam nichts… Außer mega Schmerzen. Ich hab nur zugerufen „lass uns jetzt fahren“.. Da wäre die Serie noch 15 Minuten gegangen…kurz vorher war der Abstand der Wehen noch 13 Minuten und von jetzt auf gleich lag er bei ca. 3 minuten… allein im Haus musste ich 2 Wehen veratmen. Auf dem Weg ins Krankenhaus (5 Minuten mit dem Auto) haben wir 3 mal angehalten weil ich im Sitzen höllische Schmerzen hatte. Jedesmal bin ich ausgestiegen und hab die halbe Umgebung zusammen geschrien… Auf alle Fälle können die jetzt „aaaaaah oooh uuuhhh“ 😂 wie auch immer… Im Krankenhaus angekommen war auch noch erster Mittwoch im Monat  – Kreissaal Besichtigung für werdende Eltern. Ich war also Life Beispiel wie das dann abläuft. Die saßen alle im Foyer und haben dem Vortrag zugehört… und ich hinter denen lang, so leise es ging..In der Hoffnung, dass der Fahrstuhl gleich aufgeht. Ich hatte Glück, bin rein und hab erst mal geschrien. Zum Glück hab ich die nicht gesehen 😂 ab ging es in den ersten Stock – Kreissaal. 19.00 Uhr. Mein Freund meinte nur durch die Sprechanlage „meine Freundin bekommt unser Baby“.  Die Tür ging auf, die Hebammen kamen..und ich hab nur gesagt „ich muss aufs Klo“ (wie gesagt..Ich dachte ich hätte höllische Verstopfungen). Die Hebamme gleich „nichts da. Ab auf die Liege ich muss den Muttermund untersuchen“. Ich hab sie angejammert „ich kann nicht liegen, ich muss aufs Klo“. Aber ich hatte keine Chance. Also hat sie den Muttermund untersucht…Er war schon 7-8 cm offen  (10 cm müssen es für die Geburt sein). Also… hieß es nun „sofort in den Kreissaal“. 19.05 .. Dann ging es richtig los. Hab nicht mal mitbekommen, dass die mir Blut abgenommen haben…und hab mich über die Kanüle gewundert im Nachhinein. Ich war wie in Trance. Hab immer nur gedacht „yea die Wehe ist vorüber“ … hab die Hebammen Schülerin angebettelt sie soll mit mir Atmen…ein hin und her… Ich wollte stehen… das war für mich am besten..Aber die Hebamme meinte ich kann die kleine ja nicht auf den Boden plumsen lassen… das hab ich akzeptiert und hab mich wohl oder übel auf einen Gebärhocker gesetzt. (Beim Geburtsvorbereitungskurs dachte ich noch „oh je was ist das denn 🙈) 

Dann sagte die Hebamme mir, dass ich keine Verstopfungen habe…sondern dass das schon Presswehen sind. Also durfte ich dann nach Aufforderung ordentlich pressen… Der Muttermund war mittlerweile 10 cm auf. Das war ca.  19.50…. gepresst gepresst gepresst und geschrien..🙊 und dann das Gefühl mir zerreißt alles (so als würde jemand richtig doll Brenessel am Arm machen) … und dann war da auf einmal der Kopf draußen.  Man hat die Haare gesehen… und wir haben sie angefasst. Alles war vergessen. Wir haben geweint und gelacht.. und gesagt „sie hat Haare – da ist der Kopf – oh mein Gott“ … und die Hebamme meinte nur „sie können jetzt nicht aufhören der Rest muss auch noch raus“… Aber das war dann kein Problem mehr. Noch zweimal pressen und die kleine Maus war geboren. Es dauerte keine drei Sekunden da hörten wir das erste Schreien. Mein Freund hat dann die Nabelschnur durchgeschnitten und dann konnten wir sie direkt auf die nackte Haut legen. Wahnsinn wie weich so ein Baby ist ❤😍 dann kam noch die Nachgeburt… das war aber easy… und dann wurde ich genäht. Nen Dammriss hab ich zum Glück nicht, aber im Inneren war nen mittlerer Riss entstanden. Das Nähen war auch noch mal unangenehm… 😞 

Dann wurden wir 1 Stunde lang alleine gelassen 😍❤ zum schmusen und kennenlernen. Wir lagen zusammen auf der Geburtsliege. Wir waren überglücklich und gefüllt mit Adrenalin. Wir konnten gar nicht aufhören unser Baby anzuschauen. Sie ist so ein kleiner perfekter Mensch und von einer auf die andere Sekunde waren wir Hals über Kopf in sie verliebt. Danach wurde sie dann gewogen und vermessen. Unser Mädchen kam mit 3840 Gram auf die Welt, hat einen Kopfumfang von 36 cm und eine Gesamtlänge von 52 cm. 

Die Hebamme sagte ich soll noch einmal auf die Toilette gehen und versuchen zu pullern denn viele Frauen haben nach der Geburt eine Hemmung bei mir hat allerdings alles sehr gut geklappt nur die Naht hat ein wenig gebrannt danach hat die Schwester mich mit dem Rollstuhl in mein Zimmer gefahren und legte mein Mädchen direkt mit ins Bett. Mein Freund blieb noch bis 0:30 Uhr im Krankenhaus und ist dann schweren Herzens, total müde aber überglücklich nach Hause gefahren auch ich bin dann relativ schnell völlig übermüdet eingeschlafen aber mit einem Lächeln auf dem Gesicht denn mein kleines Mädchen lag direkt im Bett neben mir.

Wann die Fruchtblase geplatzt ist weiß übrigens niemand 😂 auch die Hebammen nicht.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, eine Woche später, dann war das echt eine Wahnsinns Geburt.  Gerade einmal 1 1/2 Stunden von Ankunft im Kreissaal bis zum ersten Schreien unserer Prinzessin. Mein Liebster hat mich hervorragend unterstützt, hat meine Hand gehalten, mir Wasser geholt, meinen Rücken gestützt und mir einfach gut zugeredet. Es war perfekt so ❤ Es ist schon Wahnsinn zu was der weibliche Körper in der Lage ist – und an alle die Angst vor der Geburt haben… „glaubt an euch selbst!!! Ihr schafft das! Unser Körper wurde dafür gemacht.“

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2 Kommentare zu „Geburtsbericht – von „null“ auf „hundert“

  1. Gratuliere auch hier nochmal und schön, dass Du ein solch wunderbares Geburtserlebnis hattest 🙂 Es ist auch fein wenn man so lange zuhause bleiben kann und dann nur noch zum gebären ins Spital 😉

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